Manteltarifvertrag

Manteltarifvertrag

Beim Manteltarifvertrag handelt es sich um eine besondere Form von Tarifverträgen. Er wird, wie alle kollektiven Arbeitsverträge, zwischen einem Arbeitgeberverband und einer Gewerkschaft ausgehandelt und ist für die Mitglieder der Arbeitgeber- und Arbeitnehmervereinigungen verbindlich.

In einem Manteltarifvertrag wird die Höhe der Entlohnung nicht konkret festgehalten. Auch die für gewöhnliche Tarifverträge übliche Einstufung in Lohn- bzw. Gehaltsgruppen kommt nicht vor. Der Manteltarifvertrag bildet einen generellen Rahmen mit langfristigen, allgemeinen Regelungen, die oft auf große Personengruppen anwendbar sind. Der Geltungsbereich eines generellen Kollektivvertrages umfasst das gesamte Bundesgebiet.

Der Zweck eines Manteltarifvertrages

Ein Manteltarifvertrag wird als Ummantelung für die speziellen und detailliert gestalteten Tarifverträge abgeschlossen. Die langfristigen Regelungen sollen eine solide Basis für kommende Verhandlungen schaffen und bestimmte Punkte, über die ein gesellschaftlicher Konsens besteht, aus den zukünftigen Tarifverhandlungen herausnehmen.

Der Inhalt eines Manteltarifvertrages

Neben Arbeitszeitregelungen, Bestimmungen zu Krankheitsfällen, Lohnfortzahlungen und der Urlaubsdauer kann man in einem Manteltarifvertrag auch Einstellungs- und Kündigungsbedingungen finden. Auch Allgemeines zu Nachtarbeits-, Schichtarbeits- oder Gefahrenzuschlägen wird in einem Manteltarifvertrag geregelt. Damit erläutert der Inhalt eines derartigen Vertrages die arbeitsrechtlichen Gesetzesbestimmungen näher und ergänzt diese in Übereinstimmung mit den Bedürfnissen des modernen Arbeitslebens.

Die durchschnittliche Laufzeit eines derartigen Kollektivvertrages beträgt drei Jahre. Da jedoch die Grundsätze über die Arbeitsbedingungen oft keiner neuen Verhandlung bedürfen, fehlt in vielen Manteltarifverträgen die Angabe der Laufzeit zur Gänze. Sie gelten in diesem Fall so lange, bis das Bedürfnis nach neuen Rahmenregelungen entsteht, der alte Manteltarifvertrag von einer Partei gekündigt wird und die Bedingungen neu ausgehandelt werden müssen.

Viele Stellen in der Jobbörse unterliegen einem Manteltarifvertrag. Diese langfristigen Regelungen findet man in nahezu allen Branchen, wobei der bekannteste der Bundesangestelltentarifvertag war, der für alle Angestellten des öffentlichen Dienstes Geltung besaß und mittlerweile durch den TVöD ersetzt wurde.

Die Vor- und Nachteile eines Manteltarifvertrages

Durch die langfristige Bindung an bestimmte Regelungen werden beide Parteien in ihrer Entscheidungs- und Dispositionsfreiheit eingeschränkt. Andererseits erfahren so sowohl die Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmer gewisse Sicherheit und Planbarkeit im wirtschaftlichen Handeln. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Außenwirkung derartiger Verträge, mit denen ein Konsens zwischen den Tarifparteien demonstriert wird.

Bevor Sie also eine Onlinebewerbung verfassen, erkundigen Sie sich vorab über einen eventuell für Ihre Branche bestehenden Manteltarifvertrag!