Meine Lebenswelt als Altenpflegehelferin

Ich, Altenpflegehelferin

 

Ich heiße Birgit, bin 44 Jahre alt habe den Beruf Altenpflegehelfer erlernt. Die Ausbildung dauert in der Regel 1 Jahr. Als Altenpflegehelferin schaffe ich 12 Tage an einem Stück. Du hast eine Woche Frühdienst, eine Woche Spätdienst und Wochenende einen geteilten Dienst. Ich gebe zu, dass ist Gewöhnungssache.  

Als erstes koche ich mir morgens einen Kaffee, ziehe ich mich in Ruhe um und begrüße alle meine Kolleginnen und Kollegen aus der Schicht. Dieser entspannte Einstieg in den Tag ist mir persönlich sehr wichtig, damit ich den Arbeitsalltag auch bewältigen kann. Als Erstes steht immer die Übergabe vom Nachtdienst zu dem Frühdienst an.  

Die ersten Bewohner sind bereits wach. Ich helfe bei der Morgen-Toilette und beim Anziehen. Enger Körperkontakt hierbei ist völlig normal! Dabei habe ich für die Senioren und Seniorinnen immer einen heiteren Spruch parat und um den Bewohnern/Bewohnerinnen einen schönen Einstieg in den Tag zu ermöglichen. Ich glaube, wenn ich alt bin, bin ich sehr froh, wenn mich jemand beim Zurechtmachen morgen unterstützt, wenn ich das nicht mehr allein schaffe.  

In der Frühschicht kümmern wir uns um das Frühstück: Es werden Teller, Tassen und Besteck bereitgestellt, Kaffee und Tee sind bereits von vorbereitet worden. Frau V. kann nicht mehr allein essen. Ich helfe ihr und achte darauf, das Essen nicht zu schnell einzugeben. Es gibt alte Menschen, die haben kein Hunger oder Durstgefühl – wenn wir uns nicht kümmern würden, dann würden diese Menschen verhungern oder austrocknen. Das ist für viele unvorstellbar! 

Die angenehme Seite meines Berufes ist, dass ich die Bewohner bspw. bei einem Ausflug an die frische Luft begleite und passe auf, dass wir sicher wieder nach „Hause“ kommen. Zwischenfälle sind normal. Es kommt schon mal vor, dass jemand beim Spazieren gehen die Windel nicht trägt oder beim Wechseln seiner Hose es leider nicht rechtzeitig zur Toilette geschafft hat. Da helfe ich natürlich. Ohne Geduld und Einfühlungsvermögen zu haben geht hier gar nichts! Ich überprüfe auch, ob im Schrank noch ausreichend Wechselkleidung vorhanden ist und räume ggf. auch das Zimmer auf.  

Gestern Abend ist jemand gestürzt. Da kann es schon mal vorkommen, dass ich auch länger in der Pflegeeinrichtung bleibe, denn die Bewohner sind mir sehr wichtig.  

Für mich sind es die kleinen Momente mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie mit Kolleginnen und Kollege, die zählen. Für und mit Menschen zu arbeiten macht mich stolz!