Meine Lebenswelt als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin

Ich, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin

 

Ich bin Juliana, 48 Jahre alt und für mich gibt es nichts Schöneres als die Arbeit mit Kindern. Mein Beruf ist mir in den ganzen Jahren noch nie langweilig geworden und (wenn auch manchmal sehr müde) stehe ich doch immer noch jeden Morgen gerne auf.  

Für mich war schon früh klar, in welchen Beruf ich gehen möchte. Also habe ich direkt nach der Schule eine 3-jährige Ausbildung gemacht. Verrückt, wenn ich daran zurückdenke. Damals hieß die Ausbildung noch Kinderkrankenschwester. Ich wusste sofort, dass ich mich für den richtigen Beruf entschieden habe und habe mich pudelwohl gefühlt. 

Der Beruf ist unheimlich vielseitig, bringt aber natürlich auch einige negative Erlebnisse mit sich. Da ist es vor allem anfangs schon schwer, nicht alles mit nach Hause zu nehmen. Auch heute kämpfe ich manchmal damit. Für mich ist das Bewundernswerteste aber, was das für Kämpfer Kinder sind – wie kleine Steh-auf-Männchen. Aktuell bin ich auf der Kinderintensivstation und lerne einfach jeden Tag unheimlich viel. Ich glaube ich lerne hier noch mehr als auf anderen Stationen, weil ich einfach so viel sehe. Damit komme ich klar – oder eben auch manchmal nicht – und kann daraus Schlüsse ziehen. Wir ermutigen uns aber auch einfach viel gegenseitig im Team. Das hilft total. Man ist damit einfach nicht alleine. Und umso schöner sind dann eben auch die vielen wunderschönen Momente mit den Kindern. 

Der schönste Moment meines jetzigen Einsatzes war vor etwa drei Wochen. Wir hatten Zwillinge. Die kommen ja leider oft sehr klein auf die Welt und mussten in diesem Fall fast vier Wochen im Inkubator liegen. Das ist vor allem für die Eltern natürlich sehr schwer. Die Kinder nicht anfassen dürfen, sie nicht rausnehmen dürfen... Und dann kam der Moment, in dem die Eltern die Kinder das erste Mal auf die Brust nehmen durften. Das sind Emotionen, die man sich nicht vorstellen kann. Die Eltern fingen sofort an zu weinen vor Glück und alle im Raum haben einfach mitgeweint. Ein unheimlich schöner und vor allem bewegender Moment, für den ich meinen Job wirklich liebe. Ich war den ganzen Tag so voller Glück.  

Und genau solche Momente zeigen einfach, was unser Job bedeutet. Ich gehe jeden Tag von der Arbeit nach Hause und kann sagen „Ich habe etwas Gutes getan“. Ich habe Kindern geholfen und auch irgendwie den Eltern.