Meine Lebenswelt als Sozialpädagogische Assistentin

Bildung & Soziales

 

Ich, Sozialpädagogische Assistentin

Anna Lena, 25, seit zwei Jahren bei pluss. Sie liebt ihre WG, auch wenn sie den Abwasch hasst. Mit ihren Mitbewohnern zockt sie gern an der Spielekonsole.  

Anna-Lena Sozialpaedagogische Assistentin privat

„Kinder, Kinder“ ... Das hat meine Oma früher immer gesagt, wenn ihr was zu hektisch wurde. Könnte ich eigentlich den ganzen Tag sagen. Schlimm? Nö, finde ich gar nicht. Ich hab mir das ja ausgesucht. So halb. Irgendwie bin ich auch reingerutscht in die Arbeit, weil ich nicht wusste, in was ich sonst so richtig gut und motiviert bin ... Also: „Einfach was mit Kindern!“

„Einfach“ ist natürlich Quatsch, aber das liegt nicht an den Kindern in der Kita. Es liegt eher daran, dass ich mich gerne auf meine Kernaufgaben konzentrieren möchte: Erziehen, Betreuen und Fördern. Oder auch, dass ich die Erzieherin in meiner Gruppe unterstütze. Heute hab ich original mal gar nichts davon gemacht. Null! Erst eine lange Diskussion mit zwei Eltern über das Zuspätkommen, was immer den Morgenkreis stört. Wollten sie nicht einsehen. Dann hab ich einer anderen Gruppe kurz beim Windelwechsel geholfen, weil da die Hälfte der Kollegen krank zuhause war. Bei meinen Kindern waren auch einige krank, aber leider nicht zuhause. „Ging nicht,“ sagen Eltern dann oft, und vergessen wie schnell hier Ansteckungen passieren können. Noroviren, Grippe, und natürlich alles, was man sich draußen beim Spielen so einfangen kann.

Na ja, ich bin auf jeden Fall heute mal nicht krank geworden, aber so viel Stress gehabt, dass ich nicht mal kurz zur Toilette konnte. Nur rotiert zwischen Verwaltung, Eltern, Hausmeister, Küche und Erzieherrunde. Und immer wieder aufgepasst, dass die kleinen Schniefnasen nicht überall den Rotz verteilen, sonst sind morgen alle krank. Und wisst Ihr was? War trotzdem ein guter Tag. Ich hab viel von dem geschafft, was ich wollte, und morgen kann ich den Tag ganz für die Zwerge nutzen. Heute Abend schnapp ich mir ein paar Bücher und hole mir Ideen. Das ist der Teil, wo ich mich am meisten einbringen kann, und das macht echt Spaß. Trotz Hektik.

Anna-Lena Sozialpaedagogische Assistentin beruflich

Aus: Feedbackgespräche mit Mitarbeitern, pluss Bildung und Soziales. Zur Betreuung unserer Mitarbeiter gehören regelmäßige Gesprächsrunden. Wir finden, nur wer gut zuhört, kann verstehen.