Equal Pay

Was bedeutet Equal Pay?

Nach diesem Grundsatz müssen Personaldienstleister ihren Zeitarbeitnehmern die gleiche Vergütung gewähren, die vergleichbare Mitarbeiter des Entleihbetriebes erhalten. Dieser Anspruch wird als „Equal Pay“ oder „Gleiches Geld für gleiche Arbeit“ bezeichnet und ist keine neue Regelung im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz.

Equal Pay ist der Teil aus dem Equal Treatment Anspruch, der als „Gleichstellungsgrundsatz“ in § 3 Abs. 1 Nr. 3 S. 1 sowie § 9 Nr. 2 AÜG geregelt ist. Der Grund dafür, dass in der Vergangenheit niedrigere Löhne gezahlt werden konnten, liegt an der gleichzeitigen Regelung des AÜG (§ 9 Nr. 2), dass Tarifverträge zwischen Arbeitgeberverbänden der Zeitarbeit (wie iGZ) und Mitgliedsgewerkschaften des DGB abweichende Regelungen vorsehen konnten.

Gründe für Veränderungen seit dem 1. November 2012:

Von Seiten der Bundesregierung, in Person der damaligen Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, erging in 2012 aufgrund politischer Strömungen ein straffes Programm zur Regulierung der Zeitarbeit. Die zentrale Forderung der Regierung war eine Regelung der Tarifvertragsparteien nach einer Equal-Pay-Lösung für die Zeitarbeitsbranche, die über viele Monate hin diskutiert und verhandelt wurde. Aufgrund mangelnder Verhandlungsergebnisse und der Androhung einer gesetzlichen Regelung von Equal Pay, die dramatische Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft hätte, wurden Verhandlungen zwischen den Tarifparteien wieder aufgenommen (mit iGZ und BAP als Verhandlungsgemeinschaft seitens der Arbeitgeberverbände) und Ergebnisse erzielt, die die Bundesregierung befriedeten und von einer gesetzlichen Lösung Abstand nehmen ließen.

Branchenzuschläge Zeitarbeit:

Um die Lohnangleichung zwischen Zeitarbeitnehmern und Stammmitarbeitern in die Wege zu leiten ohne die Wirtschaft nachhaltig durch Kostenexplosionen zu schwächen, haben die Tarifparteien für unterschiedliche Branchen eine Zuschlagssystematik vereinbart, die je nach Branche unterschiedliche Zuschläge gestaffelt nach Einsatzdauern vorsieht. So sind beispielsweise bei Entleihbetrieben aus dem Bereich Metall und Elektro seit dem 01.11.2012 folgende Zuschläge zu zahlen:

  • nach 6. vollendeter Woche 15 %
  • nach 3. vollendeten Monat 20 %
  • nach 5. vollendeten Monat 30 %
  • nach 7. vollendeten Monat 45 %
  • nach 9. vollendeten Monat 50 %

Die Zuschläge werden gezahlt auf das Entgelt nach dem für den jeweiligen Arbeitgeberverband geltenden Entgelttarifvertrag Zeitarbeit, begrenzt durch die Entgelthöhe des Entleihbetriebes minus 10 % (Deckelung). Zudem sind bei der Berechnung des Zuschlags 3-monatige Unterbrechungszeiten des Zeitarbeitnehmers im Einsatz beim jeweiligen Entleihbetrieb zu beachten.

Diese grundsätzliche Systematik aus dem Tarifvertrag über Branchenzuschläge für Überlassungen in der Metall- und Elektroindustrie (TV BZ ME) wurde als Blaupause für den Abschluss weiterer Tarifverträge genutzt. Im Juni 2014 waren bereits für folgende Branchen Zuschläge verbindlich gemäß entsprechender Vereinbarungen geregelt:

  • Metall- und Elektroindustrie
    – gültig ab dem 01.11.2012
  • Chemische Industrie
    – gültig ab dem 01.11.2012
  • Kunststoff verarbeitende Industrie
    – gültig ab dem 01.01.2013
  • Kautschukindustrie
    – gültig ab dem 01.01.2013
  • Schienenverkehrsbereich
    – gültig ab dem 01.04.2013
  • Textil- und Bekleidung
    – gültig ab dem 01.04.2013
  • Holz- und Kunststoffindustrie
    – gültig ab dem 01.04.2013
  • Papier, Pappe, Kunststoff
    – gültig ab dem 01.05.2013
  • Druck, gewerblich
    – gültig ab dem 01.07.2013
  • Papier erzeugende Industrie - gewerblich
    – gültig ab dem 01.07.2014
  • Kali und Steinsalzbergbau
    – gültig ab dem 01.07.2014

Die neuen Regelungen - auf deren Einhaltung PLUSS bei entsprechenden Überlassungen von Arbeitnehmern achtet - bringen eine deutliche Verbesserung der Stellung von Zeitarbeitnehmern mit sich und spiegeln den eigentlichen Stellenwert der in der Branche Beschäftigten wider. Steigerungen der Produktivität sowie höhere Arbeitszufriedenheit und damit größere Vorteile für Sie als Zeitarbeit nutzender Betrieb sind die Folge.