Vorstellungsgespräch

Von Kopf bis Fuß die richtige Einstellung - Vorbereitung auf einen persönlichen Vorstellungstermin:

Es ist soweit. Sie haben einen Anruf oder ein Schreiben erhalten. Ihr potentieller neuer Arbeitgeber findet Ihre Bewerbungsunterlagen interessant und möchte Sie gern kennenlernen. Ihnen wurde ein Terminvorschlag genannt und Sie haben ihn bestätigt.

Vertiefen Sie vor dem Termin noch einmal Ihr Wissen über das Unternehmen. In welchem Markt und auf welchen Gebieten ist es tätig? Gibt es besondere Schwerpunkte in der Leistungserbringung? Bietet es bestimmte Dienstleistungen an? Seit wann existiert es? Gibt es aktuelle Meldungen oder Informationen? Wer sind die Entscheidungsträger? Wer sind die größten Wettbewerber?

Wenn Sie grundsätzlich Kenntnisse, Erfahrungen oder Fähigkeiten bieten können, die das Unternehmen benötigt, ist dies eine sehr gute Voraussetzung, die Stelle zu bekommen. Verschaffen Sie sich im Vorwege Klarheit über Ihre Stärken. Denken Sie aber auch über mögliche Schwächen nach und wie Sie diese präsentieren können. Denn eine Frage zu diesem Thema kommt bestimmt!

Kleiden Sie sich der Position angemessen. Bei einer Stelle als Fahrer wird nicht von Ihnen erwartet, dass Sie im Kostüm oder Anzug erscheinen. Bei einer Vakanz ab dem mittleren Management gehört dies allerdings zum guten Ton. Seien Sie wertig angezogen aber nicht overdressed. Die Kleidung sollte selbstverständlich sauber und ordentlich sein. Sie sollten sich in der Kleidung wohlfühlen, da sich dies ansonsten vielleicht negativ auf Ihr Verhalten auswirkt. Wägen Sie im Vorfeld ab, wie Ihr Gegenüber angezogen sein wird und stellen Sie ihn mit Ihrem Outfit nicht in den Schatten.

Informieren Sie sich genau, wo sich der Sitz des Unternehmens befindet und wie Sie ihn am besten erreichen. Planen Sie genügend Zeit ein, sodass Sie ca. 10 Minuten vor Ihrem Termin da sind.

Prägen Sie sich den Namen Ihres Gesprächspartners ein, um ihn bereits bei der Begrüßung persönlich ansprechen zu können.

Nehmen Sie Ihre kompletten Bewerbungsunterlagen noch einmal in Kopie mit. Das zeigt, dass Sie vorausschauend an mögliche Eventualitäten denken und können „aushelfen“, wenn der Personalentscheider Ihre Unterlagen nicht parat hat.

Vorstellungsgespräch:

Beim Vorstellungsgespräch geht es ums Ganze. Es entscheidet, ob Sie die Stelle bekommen oder nicht. Aufregung ist da verständlich, zu viel davon jedoch nicht förderlich, da Sie hierdurch möglicherweise unnatürlich wirken. Denken Sie daran: Auch Ihre Gesprächspartner sind nur Menschen und keiner von ihnen meint es schlecht mit Ihnen. Ein wenig Aufregung hilft Ihnen jedoch, konzentriert zu bleiben und hellwach auf alle Fragen und Situationen zu reagieren.

Das Vorstellungsgespräch ist für Sie die Chance, sich selbst zu präsentieren und von sich zu überzeugen.

Grundsätzlich gilt: „Bieten und nicht bitten!“ Diese Weisheit aus dem unternehmerischen Vertrieb besagt, dass man selbstbewusst sein und dem Gesprächspartner das Gefühl geben soll, dass man ihm etwas anbietet und nicht, dass man von ihm etwas haben will und darum bitten muss. Vergessen Sie nicht, Sie bieten etwas, was das Unternehmen benötigt. Sich selbst. Sie können auch die ganze Situation perspektivisch umdrehen und sich als Arbeitgeber sehen. Sie geben Ihre Arbeitskraft, Kreativität, Leistungsfähigkeit usw. Bei diesem Rollenspiel können Sie das Unternehmen auch als Arbeitnehmer betrachten. Es nimmt, wenn alles klappt, Ihr Arbeitsangebot an.

Sehen Sie Ihrem Gegenüber direkt in die Augen. Weichen Sie nicht seinen Blicken aus. Dies kann als Schwäche gewertet werden. Durch einen kräftigen aber nicht zu starken Händedruck signalisieren Sie Selbstbewusstsein und Entschlossenheit. Achten Sie auf Ihre Körpersprache und auf die Ihres Gesprächspartners. Wirken Sie interessiert und natürlich. Sitzen Sie aufrecht aber entspannt.

Das Gespräch wird meist von dem entsprechenden Personalentscheider mit ein paar auflockernden Sätzen eingeleitet wie: „Haben Sie den Weg zu uns gut gefunden?“, „Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?“ etc.

Er wird in den meisten Fällen Ihre Bewerbungsunterlagen vor sich liegen haben, um sich jederzeit darauf beziehen zu können. Sie sollten also ebenfalls die Stationen in Ihrem Leben genau kennen und sich bereits im Vorfeld darüber Gedanken gemacht haben, was Sie gefragt werden könnten und welche Antworten Sie darauf geben möchten.

Ihr Gesprächspartner wird Ihnen anfänglich das Unternehmen vorstellen, über das Aufgabengebiet und die Entwicklung des Unternehmens sprechen. Danach sind Sie an der Reihe und werden u.a. gefragt, was Sie bisher gemacht haben, wo, als was und für welche Unternehmen Sie gearbeitet haben. Sie sollten die Stationen in Ihrem Lebenslauf grundsätzlich im Kopf haben, um diesen mit Ihren eigenen Worten und anhand von Erfahrungen und erzielten Erfolgen ausführlicher beschreiben zu können. Beschreiben Sie Ihre Tätigkeiten bei den letzten Arbeitgebern und vertiefen Sie besonders die Bereiche, die auch in diesem Unternehmen gefordert sein könnten. Gibt es ggf. etwas, was Sie von möglichen Mitbewerbern unterscheidet? Lassen Sie Interesse an der zu besetzenden Position erkennen.

Mögliche Fragen an Sie:

„Haben Sie Unterbrechungen in Ihrem Lebenslauf?“
Legen Sie sich am besten vorab hierfür bereits eine gute Antwort zurecht, die eine positive Aussage beinhaltet.

„Warum eignen gerade Sie sich für diese Position?“
Neben der eigentlichen Beantwortung der Frage ist es Ihrem Gesprächspartner wichtig herauszufinden, wie Sie in Stresssituationen reagieren und ob Sie ruhig und überlegt handeln können.

„Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“
Mit Fragen dieser Art soll Ihre berufliche Ausrichtung ausgelotet und geprüft werden, ob Sie Ihre Zukunft in diesem Unternehmen sehen und wie die Zielsetzung des Unternehmens zu Ihrer Ausrichtung passt.

„Was sind Ihre größten Vorteile?“
Wirken Sie ehrlich und authentisch bei der Beantwortung dieser Fragen. Prahlen Sie nicht und wirken Sie nicht überheblich. Versuchen Sie, die Vorteile zu nennen, die Ihr Gegenüber evtl. bereits von Ihnen wahrgenommen hat. Beschreiben Sie, wie er Sie vermutlich sieht. Sie können relativ gefahrlos die Eigenschaften teamfähig, belastbar, anpassungsfähig etc. nennen.

„Was sind Ihre größten Nachteile/Schwächen?“
„Umschiffen“ Sie diese Frage so gut und so elegant wie möglich! In der Vergangenheit wurde Bewerbern oftmals empfohlen, auf diese Frage hin Schwächen zu nennen, die auch als Stärken interpretiert werden können. Also z.B. „ich bin zu ordentlich, zu aufopferungsvoll, manchmal erwarte ich zu viel von mir“ etc. Diese Vorgehensweise wirkt inzwischen allerdings sehr abgedroschen. Wenn Sie explizit dazu aufgefordert werden, Ihre Schwächen zu nennen, erwähnen Sie kleine Schwächen, die möglichst nicht viel mit Ihrem Beruf zu tun haben. Betonen Sie diese nicht zu stark. Kleine Schwächen haben wir alle, dies ist nur natürlich. Das weiß auch Ihr Gesprächspartner. Schwächen und Misserfolge sollten in Ihrer Vergangenheit stets zu einem Lerneffekt geführt und dazu beigetragen haben, dass man hieraus eine Lehre gezogen hat.

Vorgehensweise im Vorstellungsgespräch:

Vermitteln Sie Ihrem Gesprächspartner das Gefühl, dass Sie sich mit dem Unternehmen identifizieren würden, wenn man Sie einstellt. Gern können Sie auch sagen, dass Sie sich von diesem Gespräch erhoffen herauszufinden, ob Sie zum Unternehmen passen. Dies lässt auf Ihre Ernsthaftigkeit schließen.

Um im Bewerbungsgespräch flexibel reagieren zu können, können Sie sich im Kopf „Textbausteine“ zusammenstellen, die Sie je nach Situation verwenden können. Dies wird Ihnen Sicherheit während des Gesprächs geben. Auf diese Weise laufen Sie keine Gefahr, nicht zu wissen, was Sie antworten sollen.

Vorstellungsgespräche besitzen kein starres Korsett, verlaufen aber in der Regel immer ähnlich.

Reißen Sie die Gesprächsführung nicht an sich. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Gegenüber gerade gern redet, lassen Sie ihn alles erzählen was er möchte. Aber versuchen Sie am Gespräch teilzunehmen.

Vermitteln Sie Nähe zum Gesprächspartner aber auch höfliche Distanz.

Wenn Sie selbst noch Fragen haben, wird Ihnen meist am Ende des Gesprächs noch die Gelegenheit gegeben, diese zu stellen. Gut gestellte Fragen, die ins Gespräch und zur Situation passen, zeigen, dass man sich über die Abläufe und Gegebenheiten Gedanken macht. Achten Sie grundsätzlich auf Ihr Gespür, was Sie fragen können und was Sie lieber nicht beim ersten Termin ansprechen sollten. Personaler freuen sich, wenn Sie Fragen zu dem möglichen Arbeitsplatz und Ihren Aufgaben stellen. Eventuell fragen Sie sogar, ob es möglich wäre, diesen bereits kurz zu besichtigen. Nicht so förderlich für eine geplante Zusammenarbeit sind Fragen zu Ihren Urlaubsansprüchen oder der Mittagspause.

Gehaltsverhandlung:

Für viele Menschen ein eher unangenehmes Thema ist das Gehalt. In der Regel werden Sie vom Personalentscheider gefragt, welche Gehaltsvorstellung Sie haben. Hiermit ist das Brutto-Jahresgehalt gemeint, in einigen Branchen auch der Brutto-Stundenlohn. Da in den meisten Fällen noch ein wenig Raum für Verhandlungen besteht und damit Sie Ihre Forderung auch vertreten können, sollte Sie sich vorher, z.B. im Internet bei unterschiedlichen Gehaltsvergleichsportalen, informiert haben und Ihren „Marktwert“ kennen. Nennen Sie einen vertretbaren Gehaltsrahmen von - bis, der Ihrer Branche, Qualifikation und Stellung entspricht. Durch diesen Spielraum untermauern Sie bereits diesen Gehaltsbereich. Ihr potentieller Arbeitgeber wird nun vermutlich ein Gegenangebot machen, das im unteren Bereich dieses Rahmens oder knapp darunter angesiedelt ist.

Zur Bekräftigung Ihres Gehaltswunsches können Sie auf Ihre Erfahrungen im Tätigkeitsbereich hinweisen sowie darauf, dass Ihre Vorstellungen durchaus marktüblich sind und Sie in der Vergangenheit bereits ein ähnliches Einkommen erzielt haben.

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